Feuerwehren üben in luftiger Höhe - Lehrgang Absturzsicherung
Feuerwehren üben in luftiger Höhe
Freyung - Mit dem Lehrgang „Absturzsicherung“ hat der Kreisfeuerwehrverband Freyung-Grafenau erstmals einen Lehrgang dieser Art auf Landkreisebene angeboten, welcher zwischen dem 10. und 18. Juli im Feuerwehrgerätehaus Freyung stattfand. Ziel war es, Einsatzkräfte auf die besonderen Gefahren und Herausforderungen bei Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen vorzubereiten und gleichzeitig die Sicherheit der Feuerwehrdienstleistenden im Einsatz weiter zu erhöhen.
Die Gesamtorganisation und Lehrgangsleitung lag in den Händen von Kreisbrandmeister Markus Lösslein, der von den Ausbildern Florian Riedl (FF Waldenreut) sowie Leon Biereder (FF Hutthurm) unterstützt wurde. Gemeinsam vermittelten sie den sieben Teilnehmern sowohl fundierte theoretische Grundlagen als auch zahlreiche praktische Übungen unter möglichst realistischen Einsatzbedingungen.
Zu Beginn der Ausbildung standen die Grundlagen der Absturzsicherung im Mittelpunkt. Intensiv befassten sich die Teilnehmer mit dem sicheren Umgang von Feuerwehrhaltegurten und Feuerwehrleinen, die zur Standardbeladung nahezu jedes Feuerwehrfahrzeugs gehören. Diese Ausrüstung dient unter anderem der Eigensicherung sowie der Selbstrettung aus brennenden oder anderweitig gefährdeten Gebäuden. Neben den notwendigen feuerwehrspezifischen Knoten und Stichen wurden insbesondere die einsatztaktischen Grundsätze vermittelt, denn gerade im Ernstfall muss jeder Handgriff sicher und routiniert ausgeführt werden.
Im weiteren Verlauf des Lehrgangs erfolgte die Ausbildung am Gerätesatz Absturzsicherung. Diese Spezialausrüstung steht nur wenigen Feuerwehren im Landkreis zur Verfügung und ermöglicht das sichere Arbeiten in großen Höhen oder an absturzgefährdeten Einsatzstellen. Die Teilnehmer trainierten dabei verschiedene Einsatzszenarien unter realitätsnahen Bedingungen. So wurde unter anderem der seitliche Vorstieg entlang eines Brückengeländers geübt, ein rund 25 Meter hoher Baukran bestiegen sowie das Anbringen von Sicherungen auf einem Hausdach durchgeführt. Dabei stand jederzeit das sichere Arbeiten, die richtige Anwendung der Ausrüstung und die Zusammenarbeit im Team im Vordergrund.
Die Einsatzmöglichkeiten der Absturzsicherung sind vielfältig und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Neben Personenrettungen aus Höhen und Tiefen kommt die Spezialausrüstung beispielsweise bei der Sicherung von Einsatzkräften auf Dächern, bei der Entfernung von Schneelasten oder bei der Beseitigung größerer Sturmschäden zum Einsatz. Solche Einsätze stellen hohe Anforderungen an die Einsatzkräfte und erfordern eine regelmäßige Aus- und Fortbildung.
Zum Abschluss des Lehrgangs konnten alle sieben Teilnehmer ihre Urkunden aus den Händen von Kreisbrandrat Martin Bauer, Kreisbrandinspektor Armin Garhammer sowie Lehrgangsleiter Kreisbrandmeister Markus Lösslein entgegennehmen. In ihren Grußworten würdigten sie die hohe Motivation der Teilnehmer und unterstrichen die Bedeutung einer qualifizierten Ausbildung für die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung.
Markus Lösslein bedankte sich insbesondere bei allen Lehrgangsteilnehmern für ihr großes Engagement und ihre Bereitschaft, sich diesem anspruchsvollen Ausbildungsgebiet zu widmen. Sein Dank galt außerdem den Privatpersonen und Unterstützern, die verschiedene Übungsobjekte zur Verfügung stellten. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die Möglichkeit, einen Baukran in Kreuzberg für die praktische Ausbildung nutzen zu dürfen. Solche realitätsnahen Übungsobjekte seien für eine hochwertige Feuerwehrausbildung von unschätzbarem Wert.
Auch die Teilnehmer selbst zogen ein durchweg positives Fazit. Sie waren sich einig, dass die Absturzsicherung ein äußerst wichtiges, zugleich aber sehr anspruchsvolles Fachgebiet darstellt. Nur durch regelmäßiges Üben und kontinuierliche Weiterbildung können die erforderlichen Fertigkeiten dauerhaft erhalten werden. Denn im Einsatz entscheiden oftmals Sekunden – und dann muss jeder Knoten, jede Sicherung und jeder Handgriff perfekt sitzen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des ersten landkreisweiten Lehrgangs hat der Kreisfeuerwehrverband Freyung-Grafenau einen wichtigen Grundstein für die zukünftige Ausbildung in diesem Spezialgebiet gelegt. Aufgrund der durchweg positiven Resonanz und der steigenden Anforderungen im Einsatzgeschehen soll das Ausbildungsangebot künftig regelmäßig durchgeführt werden.
Mit Erfolg haben am Lehrgang teilgenommen haben Michael Grünzinger, Stefan Pittner, Matthias Pürner, Joachim Schmid (alle FF Freyung), Bernd Reiter (FF Waldkirchen) sowie Hannes Madl und Lukas Schmid (FF Grainet).